Verkehrssicherheitstage
Datum: 28. & 29.11.2017

Auf diesem Wege möchten wir unseren Mitarbeitern, Kunden und freundschaftlich baumverbundenen Kollegen eine kurze Info geben, welche Inhalte uns auf den FLL-Verkehrssicherheitstagen 2017 in Bonn besonders gefallen haben und wir so interessant fanden, dass wir nun kurz darüber berichten.

Aktuelle Rechtsprechung:

Interessanter Vortrag von Armin Braun mit vielen rechtlichen Hinweisen und dem Bezug zur FLL Baumkontrollrichtlinie, als anerkanntes Standardregelwerk. Die Inhalte dieser Art von Vorträgen bestätigen uns regelmäßig in unserer täglichen Arbeit, rund um das Thema Gutachten, Baumkontrollen und Baummanagement.

Kontrolle flächiger Baumbestände

Im Rahmen dieses Vortrages wurde ein Konzept zur Überwachung / Baumbeobachtung vorgestellt, welches in unserem Unternehmen zu viel Diskussion und einer eher kritischen Haltung führte. Wir sind gespannt, wie sich dieses Konzept im Rahmen der Kontrolle flächiger Baumbestände und unter Beachtung der aktuellen Rechtsprechung zukünftig bewährt.

Beurteilung des Wurzelbereiches im Rahmen der Baumkontrolle

Eine Beurteilung von Bäumen im Bodenbereich hinsichtlich der Verkehrssicherheit ist bekannterweise schwierig. Hier wurde im Rahmen des Vortrages auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass die Beurteilung durch den Baumkontrolleur in den Regelwerken einen höheren Stellenwert bekommen sollte, was wir sehr begrüßen.

Es wurde erörtert, dass die Zusammenhänge zwischen Vitalität und Sicherheit, im Zusammenspiel mit den Standortbedingungen sehr komplex sind. Im Rahmen der visuellen Baumkontrolle nehme, gemäß Referent diese Betrachtung aktuell einen zu geringen Stellenwert ein. Diese Notwendigkeit würde aber bereits in einem Arbeitskreis Baum im Boden bearbeitet, um Kriterien zur Bewertung aufzeigen zu können.

„Schließlich sind Beeinträchtigungen der Wurzeln, bzw. des Bodens oftmals die Ursache für oberirdische in Erscheinung tretende Fehlentwicklungen“ – Dr. Markus Streckenbach.

Im Rahmen der visuellen Baumkontrolle, seitens unserer Mitarbeiter, wird der Standort immer bewertet und auf Basis von bestimmten Kriterien werden eingehende Untersuchungen, Wurzelsuchgrabungen und evtl. Sanierungen durchgeführt.

Siehe hierzu unseren Tagebucheintrag.

Verkehrssicherungspflicht auf ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen

Gemäß Aussage durch den Referenten müssen Radfahrer und Wanderer auf für sie ausgewiesenen Wegen mit wald- und naturtypischen Gefahren rechnen.

Eine Verkehrssicherungspflicht seitens des Betreibers / Eigentümers gelte bei atypischen, also vom Menschen geschaffene, geduldete Gefahren (stark angehobener Wegebelag, baufällige Fußgängerbrücke, massive Erosionsschäden, etc.).

Eine Eigenführsorge seitens der Nutzer kommt in Wald und Natur einer besonderen Bedeutung zu. Er muss sich bewusst sein, dass er mit naturbedingten Gefahren zu rechnen hat, wie z.B. Schlaglöcher, Wurzelaufbrüchen, Bodenunebenheiten … .

Zertifizierte Wanderwege (Premiumwanderwege) beinhalten keine andere oder erhöhte Verkehrssicherungspflicht, sondern lediglich einen Hinweis auf deren Erlebnisfaktor

Umgang mit der Rußrindenkrankheit beim Ahorn

Diese Krankheit wird verursacht durch einen Pilz, namens Cryptostroma corticale und tritt hauptsächlich an Bergahorn, seltener an Spitz- und Feldahorn auf. Hinweise auf diese Krankheit sind: gerissene Rinde mit dunklem Sporenlager, braunschwarz verfärbte Begleitvegetation, grünlich verfärbter Splint und ein rußartiger Belag.

Die Bruchsicherheit des befallenen Baumes nimmt rasch ab und es erfolgt zusätzlich eine Sekundärinfektion mit holzzersetzenden Pilzarten wie z.B. dem Hallimasch.

Es ist darauf zu achten, dass die Baumpfleger bei Maßnahmen an den befallenen Bäumen einen Schutzanzug und Atemschutz tragen, da die Sporenbelastung sehr hoch und gesundheitsgefährdend ist.

Fazit:

Verwendung des Bergahorns als Solitär und Einzelbaum weiterhin möglich und notwendig!
Anpflanzungen von flächigen Beständen aufgrund des hohen Infektionsdruckes sind zukünftig nicht mehr zu empfehlen.

Wir danken dem Team der FLL vielmals für die gute Organisation und die interessanten, informativen Beiträge.

Elena Hörnschemeyer und das Team von Grüner Zweig.