Kahlfraß an Eichen

Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie über den aktuell zu beobachtenden Kahlfraß an Eichen informieren.

An vielen Eichen in der Umgebung ist momentan ein regelrechter Kahlfraß zu beobachten. Allerdings ist nicht der Eichenprozessionsspinner allein verantwortlich dafür. Häufig bilden sich Fraßgesellschaften aus dem Schwammspinner, dem Eichenprozessionsspinner, dem Kleinen und Großen Frostspanner sowie dem Eichenwickler, die dann für die Eichen problematisch werden.
Viele Baumarten, darunter die Eiche, sind in der Lage sich von solchen Kahlfraßereignissen durch einen zweiten Austrieb zu erholen. Das erfolgt im sog. Johannisaustrieb, welcher normalerweise um den 24. Juni einsetzt und momentan bereits zu beobachten ist.

Deutlich zu sehen ist der Blattfraß an den älteren Blättern und das frische, nachgetriebene Grün des Johannisaustriebes.

Eichenprozessionsspinner vs. Gespinstmotte

Derzeit ist eine Vielzahl verschiedener Raupen an Gehölzen zu beobachten. Die meisten davon sind vollkommen harmlos für Mensch und Tier.
Besonders auffällig ist darunter die Gruppe der Gespinstmotten, die mitunter ganze Sträucher und Sträucher mit einem weißen Schleier überziehen können. Die Raupen besitzen jedoch keine Brennhaare. Es werden vor allem Traubenkirschen, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln und Weiden befallen. Die Gehölze erholen sich in der Regel jedoch rasch wieder.

Befall durch Gespinstmotten

Vorsicht ist vor allem beim Eichenprozessionsspinner geboten, da seine feinen Brennhaare starke allergische Reaktionen auslösen können. Die Art tritt fast ausschließlich an Eichen auf und ist nur in Ausnahmefällen auch an anderen Baumarten zu beobachten. Die charakteristischen, kompakten Nester befinden sich zumeist am Stamm oder an der Unterseite von Starkästen oder Verzweigungen.

Nester des Eichenprozessionsspinners

Generell sollte der Kontakt auch zu anderen, Brennhaare tragenden Raupen besser gemieden werden, wie etwa auch zu den Raupen des Schwammspinners oder des Goldafters (Bilder siehe unten).