Wenn im Rahmen von Bauvorhaben die Ermittlung des genauen Wurzelverlaufs zum Schutz von Bäumen erforderlich ist, müssen die Wurzeln, wie im Beitrag aus dem Monat März gezeigt, schonend freigelegt werden. Letzten Monat haben wir die Wurzelsuchgrabung mittels Druckluftlanze vorgestellt.
Eine weitere Methode ist das ebenso baumschonende Freilegen von Wurzeln mit dem Saugbagger. Diese kam im Monat April bei einem Bauvorhaben in Oberhausen zum Einsatz. Hier sollte der Wurzelverlauf von drei erhaltenswerten Platanen überprüft werden, denn im Nahbereich der Bäume soll ein Gebäude errichtet werden. Die Betreuung dieses Projekts übernahm unser Baumsachverständiger aus der Abteilung „Baum und Baustelle“ (BBA) Dipl.-Ing. Matthias Bruckner.
Vergleichbar mit einem riesigen Staubsauger, wird Erdmaterial vom Saugbagger eingesogen und so Wurzelsuchgräben freigelegt. In diesem Fall reichten diese bis in eine Tiefe von bis zu 1,20 m. In den Wurzelsuchgräben kann der Verlauf der Wurzeln nachvollzogen werden. Die Grob- und Starkwurzeln sind in den Bildern unten zur besseren Sichtbarkeit mit orangenerer Farbe markiert. Bei der Untersuchung in Oberhausen wurden in den fünf angelegten Wurzelsuchgräben mit einer Gesamtlänge von 35 m lediglich 10 Grob- bzw. Starkwurzeln* gefunden.
Nach abgeschlossener Beurteilung, wird der Wurzelbereich umgehend wieder verfüllt.
Zur Errichtung des Gebäudefundaments mussten sechs Wurzeln entsprechend der anerkannten Regelwerke (ZTV Baumpflege 2017, DIN 18920 und RAS-LP 4) fachgerecht durchtrennt und versorgt werden. Anschließend kann das Gebäude nun wie geplant errichtet werden ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Bruch- und Standsicherheit oder der Vitalität der drei Platanen kommen wird.
Bei diesem Projekt wurde unser Experte vor Ort von der Firma Saugbagger Rhein-Ruhr UG aus Oberhausen unterstützt, bei der wir uns an dieser Stelle ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken wollen!

* Grobwurzel: Durchmesser 20 mm bis 50 mm; Starkwurzel: Durchmesser größer 50 mm.