Baumkrankheiten

Frostspanner an Eichen

Kahlfraß an Eichen

Frostspanner sind Schmetterlinge, deren Raupen durch Kahlfraß große Schaden an Laubbäumen anrichten können. Sie fressen bevorzugt an Eiche, Linde, Hartriegel, Hainbuche, Ahorn und an allen Obstbäumen mit Ausnahme des Pfirsichs.

 

Schadbild:
Kurz nach dem Laubaustrieb der Bäume erscheinen Löcher in den Blättern, die Blüten und die jungen Triebe werden angefressen. Anschließend bleiben die Bäume oftmals ohne Laub zurück. Die Bäume und Büsche treiben im Jahresverlauf wieder aus, allerdings schwächt der Laubverlust die Pflanzen. Besonders schwer haben es die Bäume, denen wiederholt der erste Laubaustrieb abgefressen wird.

 

Schädling:
Es gibt verschiedene Frostspannerarten. Besonders häufig sind der Kleine und der Große Frostspanner. Die Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners zeigen sich in den verschiedensten Musterungen aus Brauntönen.

Die größten Schäden verursacht der häufiger auftretende Kleine Frostspanner. Bei dieser Art sind die Weibchen flugunfähig. Letzteres ist entscheidend für die Entwicklung und für die Bekämpfung des Schädlings.

 

Entwicklung:
Die Falter schlüpfen im Herbst ab den ersten Nachtfrösten. Zur Fortpflanzung krabbeln die unscheinbaren, flugunfähigen Weibchen am Stamm hinauf in die Krone, wo sie durch Duftstoffe die Männchen anlocken. Die Paarung erfolgt nachts. Anschließend legen die Weibchen die Eier einzeln am Stamm und in Rindenvertiefungen ab. Die Eier sind orangefarben und circa einen halben Millimeter groß. Im Frühjahr zur Zeit des Laubaustriebs schlüpfen die kleinen Raupen und beginnen unverzüglich zu fressen. Ist nicht genügend Grünmaterial vorhanden, können sich die Tiere, meist an einem dünnen, seidigen Faden hängend, durch den Wind zu anderen Bäumen treiben lassen. So gelangen die Raupen auch auf bis dahin noch unbefallene, in der Nähe stehende Bäume.

Ist der Reifefraß abgeschlossen (etwa Ende Mai), seilen sich die Raupen an einem Faden ab, dringen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde ein und verpuppen sich dort. Die Falter sieht man erst wieder im Herbst, wenn der Kreislauf von neuem beginnt.

 

Vorbeugung und Bekämpfung:
Gute Erfolge bei der Reduzierung der Frostspanner erzielt man durch das Anbringen von  Leimringen an den Bäumen. Die flugunfähigen Weibchen werden somit auf ihrem Weg nach oben aufgehalten, Paarung und Eiablage verhindert. Ab Mitte September müssen die Leimringe angebracht werden, sie dürfen bis in den März hinein ihre Klebekraft nicht verlieren. Damit die Tiere nicht unter dem Leimring hindurch krabbeln können, muss er dicht anliegen. Bei alter, rissiger Rinde muss mit einem Rindenmesser die Fläche geglättet werden, bevor der schützende Ring angebracht werden kann. Stützpfähle, Dachrinnen und ähnliches, das die Frostspanner zum Hochklettern einlädt, müssen ebenfalls mit einem Leimring versehen werden.

Die Leimringe sollten eine grüne, nicht gelbe, Grundfarbe besitzen. Gelb lockt in verstärktem Umfang andere, zum Teil nützliche Insekten an, die dann ebenfalls am Leimring kleben bleiben. Die Ringe müssen regelmäßig kontrolliert werden, hängen gebliebene Blätter etc. sind zu entfernen. Ansonsten schaffen es die Weibchen mit Hilfe dieser Brücken, den Leimring zu überwinden.

Die abgefangenen Tiere auf dem Leim sind für hungrige Vögel eine verlockende Futterquelle, aber die klebrige Masse kann den Schlund der Vögel verstopfen. Deshalb ist es ratsam, die Ringe regelmäßig zu erneuern, damit sich möglichst wenige Insekten auf der Klebefläche befinden.

Viele Frostspannerweibchen machen eine Noteiablage unterhalb des Leimrings. Diese Eier müssen entfernt werden. Hierzu eignen sich steife Bürsten, mit denen die Eier abgekratzt und damit zerstört werden.

Die Fanggürtel sollten im März entfernt werden, um ein Einwachsen in die Rinde zu vermeiden. Ein weiterer Grund ist, dass Nützlinge ab April wieder verstärkt aktiv werden und diese sonst am Leimring hängen bleiben.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann notwendig werden, wenn im Vorjahr sehr starke Fraßschäden aufgetreten sind. Die Mittel müssen rechtzeitig eingesetzt werden, um wirken zu können. Der richtige Einsatzzeitpunkt ist erreicht, wenn die Raupen gerade geschlüpft und die ersten Fraßstellen zu beobachten sind. Seilen sich die ersten Raupen ab oder haben sie sich in den Zweigspitzen eingesponnen, ist der Zeitpunkt verpasst. Der Reifefraß ist abgeschlossen und eine Bekämpfung nicht mehr möglich.